Nachdem wir das Ziel der ersten Etappe erreicht haben, beginnen wir ausgeruht die zweite Etappe mit dem Etappenziel Aglona in Lettland.
Die Route führt uns über den nördlichen Teil Norwegens nach Finnland, kurz nach St. Petersburg, dann weiter nach Estland und Lettland. Die Etappe hat eine Länge von 4.336 Kilometern. Das längste Stück erwartet uns zwischen Trondheim und der Eismeerkathedrale:
1.382 Kilometer über Stock und Stein.
Fakten: Norwegen ist das fünftgrößte Land Europas und besitzt eine Länge von 1.752 km.
Die breiteste Stelle ist 432 km breit, die schmalste misst gerade einmal 2 km.
Eine Kathedrale wie ein Eisberg.
Die Eismeerkathedrale ist eine evangelisch-lutherische Pfarr- und Seemannskirche und Wahrzeichen der Stadt Tromsø. Eine echte Kathedrale, d. h. Bischofskirche, ist sie nicht. Sie wurde 1965 auf der Festlandseite der Stadt auf einem kleinen Hügel am Ortsrand erbaut. Als Leuchtturm der Stadt, für die Kirchengemeinde und für Reisende jenseits des Polarkreises.
Lese alles zur Architektur und Bedeutung der Eismeerkathedrale unter:
Eismeerkathedrale: Durch die Polarnacht
Kurzer beeindruckender Ausschnitt (2:41) aus einem Mitternachtskonzert der Kathedrale:
Von Tromsø gehen wir nach 411 km Kautokeino.
Die dortige Pfarrkirche wurde 1965 erbaut, nachdem das vorherige Kirchengebäude, das damals älteste der gesamten Region, im 2. Weltkrieg (von Deutschland) niedergebrannt wurde.
Wissenswertes:
Die Kautokeino-Kirche ist eine der Kirchen mit den meisten Kirchgängern in Norwegen und besonders zu Ostern gut besucht. Weiter führt die bekannte Europastraße 45 durch das Dorf. Die E 45 führt dann noch weiter nördlicher zum Endpunkt in der Stadt Alta.
Weiter geht es ganze 748 km Richtung Süden nach Oulu
Der lutherische Dom von Oulu ist seit 1900 das Zentrum des nordfinnischen Kirchenlebens.
Die erste Kirche an diesem Ort wurde im Jahr 1771 zu Ehren des schwedischen Königs Gustav III. erbaut. Sie erhielt den Namen Sofia Magdalena nach dessen Frau. Beim Stadtbrand von 1822 brannte sie nieder und wurde nach Entwürfen des deutsch-finnischen Architekten Carl Ludwig Engel auf den alten Fundamenten wiedererbaut. Im Inneren der Kirche befindet sich heute das älteste Ölgemälde Finnlands. Für Kinder steht auch eine kleine Spielecke zur Verfügung.
Schöner Drohnenflug zur Kirche und über die Stadt (5:23):
9 Dinge welche man in Oulu erleben kann (5:02):
Wir wandern weiter 525 km in den Süden Finnlands: Dort liegt die Heiligkreuzkirche von Hattula.
Die evangelisch-lutherische Heiligkreuzkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und war vor der Reformation ein katholischer Wallfahrtsort. In der Kirche befinden sich ca. 200 Wandmalereien. Sie wurden Anfang des 16. Jahrhunderts gemalt. Die Technik hieß „al secco“. Die Bilder wurden auf eine trockene Fläche mit Kalk-Wasser-löslichen Farben gemalt.
Nun steht das Grab des Heiligen Heinrich von Uppsala in Nousiainen auf dem Programm (160 km).
Info: Heinrich von Uppsala, in Finnland Bischof Henrik genannt, ist ein katholischer Heiliger. Der Überlieferung zufolge nahm er in der Mitte des 12. Jahrhunderts als Bischof von Uppsala an einem Kreuzzug nach Finnland teil und wirkte als Missionar und erster Bischof von Finnland. Heinrich wurde bis zur Reformation als finnischer Schutzheiliger verehrt und hat als einziger „eigener“ Heiliger Finnlands bis heute eine wichtige Stellung im religiösen Leben des Landes. Aus historischer Sicht bestehen über Heinrich und sein überliefertes Leben erbauthebliche Unsicherheiten.
Auf dem Sarkophag Heinrichs in der Kirche von Nousiainen werden die Ereignisse des Kreuzzuges nach Finnland dargestellt: Ankunft, Kampf gegen die Barbaren, Taufe der Heiden.
Von Nousiainen geht es 506 km weiter über Helsinki nach Russland, St. Petersburg.
Die Auferstehungskirche in Sankt Petersburg ist ein Schmuckstück und zählt gemeinhin zu den schönsten Kirchen und Kathedralen der Welt. Daher ist sie auch auch eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Russland. Die Auferstehungskirche ist auch noch unter den Namen "Blutskirche", "Erlöserkirche" und "Erlöserkirche auf dem Blut" bekannt.
Lasse Dich von einem grandiosen Drohnenflug (4.28) über die 5,35 Millionen Metropole St. Petersburg beeindrucken:
Wir wechseln wieder die Landesgrenze und laufen 353 Kilometer nach Tallin.
Direkt am Fluss Pirita stehen die majestätischen Ruinen des St. Brigittenklosters. Die Heilige Birgitta gründete im 14. Jahrhundert den Birgittenorden mit dem Mutterkloster in Schweden. Später entstanden Dutzende von Klöstern gleichen Namens in der Welt, wie hier in Tallinn. Die ersten Nonnen wurden hier 1419 geweiht und die Zerstörung des Klosters erfolgte 1577 durch Ivan den Schrecklichen. Der gesamte Ort strahlt eine enorme Ruhe und Besinnlichkeit aus.
Ein toller Rundgang (4:46) durch Tallinn, die Hauptstadt Estlands:
Wir bleiben in Estland und besuchen 277 km weiter südlich das Runinen der Bischofsburg.
Die Bischofsburg von Vastseliina, die im Jahre 1342 auf dem Land des Bischofs von Tartu errichtet und zu einem der mächtigsten Schutzbauten im alten Livland wurde, ist einer spannendsten Orte in Süd-Estland. Im Mittelalter war der Ort berühmt wegen eines Wunderkreuzes in der Kapelle und bekannt als Zielort der Wallfahrten. Auf Befehl des Papstes Innocentius VI bekamen die Pilger ein Jahr und 40 Tage Sündenvergebung. Die Bischofsburg wurde im Nordischen Krieg von den Truppen Peter des Großen vernichtet.
Nun besuchen wir die letzte Station unserer zweiten Etappe: Aglona in Lettland. Von Vastseliina sind es nur 211 Kilometer.
Die Basilika Mariä Himmelfahrt oder Basilika von Aglona ist eine römisch-katholische Kirche und eines der bekanntesten und einflussreichsten Gotteshäuser im Baltikum. Sie gehört zum Bistum Rēzekne-Aglona und trägt wie die Klosterkirche Ochsenhausen den Titel einer Basilica minor.
Tipp vom Orga-Team: Eine Pilgerfahrt am 15. August (Maria Himmelfahrt).
Nordisch.info: Der Wallfahrtsort Aglona im Osten Lettlands
Nach 4.573 Kilometern sind wir nun am Ziel unserer zweiten Etappe durch Europa.
Vielen Dank für die vielen Kilometer bis hierher sowie das ausführliche Verfolgen der Route!
Ihr seid spitze!